Vi BIM Podcast

Von der Planung zur belastbaren Baukostenkalkulation

Wie werden Spenglerarbeiten kalkuliert?

Spenglerarbeiten kalkulieren: Wo Geometrie automatisch Leistungen auslöst

16.09.2026 31 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

🚀 Spenglerarbeiten richtig kalkulieren | Dachentwässerung, Attika & Anschlussbleche

Bei Spenglerarbeiten steckt der Aufwand selten nur in ein paar Metern Blech oder Regenrinne.

In dieser Folge des Vi BIM Podcasts sprechen Holger Schönemann und Markus Reiche darüber, wie Entwässerung, Anschlussbleche und Verblechungen aus dem 3D-BIM-Modell abgeleitet und kalkuliert werden.

Dabei geht es um klassische Leistungen am Steildach genauso wie um Balkone, Flach- und Gründächer oder Attiken. Viele dieser Leistungen entstehen nicht durch eine manuelle Auswahl, sondern aus der Geometrie und den technischen Anforderungen des Gebäudes.

In dieser Folge erfahren Sie:

✅ welche Rolle Titan-Zink, Kupfer und Uginox in der Kalkulation spielen
✅ wie Kehlbleche und 3D-Kehlverschneidungsbleche automatisch ermittelt werden
✅ wie Brust-, Anschluss- und Trennbleche aus der Geometrie entstehen
✅ welche Unterschiede es bei offenen und geschlossenen Balkonen gibt
✅ wie Kastenrinnen, Speier und Wanddurchdringungen bei Balkonen berücksichtigt werden
✅ wie Einlauftöpfe und Fallrohre bei Flach- und Gründächern automatisch berechnet werden
✅ warum die durchschnittliche Sockelhöhe die Fallrohrlängen beeinflusst
✅ wie Attika-Abdeckungen auch dann kalkuliert werden, wenn sie planerisch vergessen wurden
✅ welche Verblechungen an Ortgängen, Gauben und Schornsteinen entstehen
✅ wie Regenrinnen und Fallrohre beim Steildach nach Dachform und Entwässerungsregeln dimensioniert werden
✅ warum technisch notwendige Entwässerung nicht davon abhängt, ob sie im Plan eingezeichnet ist

Die Folge zeigt sehr anschaulich, wie stark Spenglerarbeiten mit Dachform, Gebäudegeometrie und Entwässerung zusammenhängen – und warum eine belastbare Kalkulation diese Abhängigkeiten automatisch mitdenken muss.

Transkript

Mein Name ist Holger Schönemann und ich freue mich, euch heute wieder bei unserem Podcast zum Thema Hausbaukalkulation begrüßen zu dürfen. Heute bin ich in der Karibik wieder und in diesem Falle auf der wunderschönen Insel Barbados. Auch wenn es heute ein bisschen bewölkter ist als die anderen Tage, ist es so, dass es hier wirklich ein angenehmes Klima hat. Und ich denke, bei meinem lieben Gesprächskollegen in Dresden beim heutigen Podcast, bei unserem lieben Markus Reiche, wird es zwar etwas kälter sein als hier aktuell, aber er wird sich, denke ich, genauso wohl fühlen wie ich. Und ich freue mich mit Markus heute das Thema Spenglerarbeiten durcharbeiten zu dürfen. Da wird der ein oder andere gleich sagen, nein, das ist ja gar nicht Spengler. Das ist ja an der Stelle bei uns eben der Metallbauer oder aber es ist eben nicht der Spengler, sondern es ist der Klempner. Das heißt also, ich sage mal, mehr oder weniger diese drei Begrifflichkeiten haben wir im deutschsprachigen Raum. Und dieses Thema Spenglerarbeiten, ich bleibe einfach mal der Einfachheit halber bei der Begrifflichkeit, ist halt unser heutiges Thema für den Podcast mit dem lieben Markus in Dresden. Markus, stellst du dich unseren Kollegen einfach kurz noch mal vor? Hallo Holger, schön, dass ich heute dabei sein kann. Ja, bei uns ist es etwas kälter, deswegen habe ich heute mir auch den Pullover mal drüber gezogen. Ja, vielleicht kurz zu mir. Ich bin der Markus, ich arbeite seit ungefähr zwei Jahren bei uns bei der Firma SWP und begleite hier die Stelle des Head of Business Administration. Das bedeutet, Veränderungs- und Digitalisierungsprozesse zu betreuen und vor allen Dingen dem Holger, also dir und dem Stefan, unserem zweiten Geschäftsführer, beiden zur Seite zu stehen und sie zu entlasten. Genau, ja, heute als Thema haben wir die Spenglerarbeiten. Genau, vielleicht fangen wir damit an, mit welchen Materialien haben wir es denn so im Spenglerbereich zu tun, Holger? Markus, Thema Materialien beim Spengler ist über ganz, ganz viele Jahre historisch eben immer Titanzink und Kupfer gewesen. Allerdings ist es so, wir haben jetzt schon seit etlichen Jahren in den Branchenmodellen HOLZNER und MASSIVO auch das Uginox entsprechend mit drin. Und es ist halt schlicht und ergreifend so, in bestimmten Teilen Deutschlands ist es so, dass aufgrund der Temperaturen im Winter der eine oder andere Fachbetrieb halt nicht bereit ist, Titanzink zu verarbeiten. Und das ist letztendlich der Grund gewesen, warum Uginox dort den Einzug letztendlich geschafft hat. Und wie gesagt, das ist regional wirklich unterschiedlich, in einigen Teilen halt doch relativ häufig verwendet wird. Jetzt ist es so, die Leistungen, die die Spengler erbringen, sind recht umfangreich. Auch wenn sicherlich die meisten im ersten Moment sagen, naja, gut, Spengler, das sind die klassischen Bleche im Dach. Und wenn wir eben bei den klassischen Blechen im Dach sind, Markus, dann haben wir natürlich unser Thema Kehlblech. Das Kehlblech ist etwas, was eben im gewählten Material der Entwässerungsarbeiten, die in dem Falle, um katalytische Reaktionen zu vermeiden, diesen gesamten Bereich steuern, festgelegt wird. Und das Kehlblech ist etwas, was an allen Kehlen ausgeführt wird, ganz normal per Laufmeter. Und wichtig ist, es wird eben aus dem 3D-BIM-Datenmodell automatisch erkannt. Das heißt also, ich muss dort nicht irgendetwas noch eingeben oder klassifizieren. Jetzt kommt bei der Kehle, stellt euch bitte einfach mal eine Sattelgaube vor, die dort eingeschiftet wird. Noch was dazu, das ist jetzt keine Laufmeter-Geschichte, sondern das ist ein Stück. Und zwar ist das ein 3D-Kehlverschneidungsblech. Das sitzt ganz hinten am Ende der Kehle, wo diese ans Dach stößt. Hätte ich also an dieser Stelle bei so einem Quergiebel wirklich zweimal. Ist eine Position vorsichtig, ist nicht ganz günstig. Ist sowas, was mengenmäßig eben unbedingt separat eben wirklich ausgewiesen sein sollte. Weil, wenn das nicht der Fall ist, ist sowas dann ganz normal eben im Laufmeter der Kehle drin. Wenn wir bei den Anschlussblechen oder bei den Blechen eben im Dach bleiben, um erstmal diesen Bereich Markus des Spenglers zu Ende zu bearbeiten, dann haben wir natürlich, wenn wir eben im Bereich Quergiebel, Gauben und so weiter und so fort bleiben, dort noch verschiedene Anschlussbleche. Das eine ist das Brustblech. Das ist in manchen Zeiten oder in manchen Bereichen auch teilweise sehr dominant, sehr groß, sehr sichtbar ausgeführt. Und dieses Brustblech gibt es, ich sage mal, Anführungszeichen, oben im Gaubenbereich eigentlich nur als ein horizontales Brustblech. Wenn wir uns dann allerdings eben Anschlusskonstellationen, wo jetzt nicht im Gaubenbereich sind, sondern wo eben komplexere Dachformen an eine Wand anstoßen, dort gibt es dann eben auch noch schrägwinklige Brustbleche. Das Ganze ist preislich nicht ganz identisch, deswegen ist das natürlich entsprechend geteilt. Und dann gibt es natürlich noch ein horizontales Anschlussblech, wie wir es dann eben klassisch an der Wange oder an der Backe der Gauben entsprechend langlaufen haben. Wir dürfen, Markus, an der Stelle vielleicht auch das Thema Doppelhaus- oder Reihenhäuser mit beachten. Das heißt also, wenn wir dann entsprechend Doppelhausplanungen oder Reihenhausanlagen hätten, dann haben wir natürlich oberhalb der Gebäudetrennwand bzw. der Wohnungstrennwand entsprechend ebenfalls noch ein Trennblech liegen. Und auch dieses wird eben automatisch aus der Geometrie heraus entsprechend erkannt und preislich bewertet. Danke, Holger. Welche anderen Anschlussbleche kommen außerhalb der klassischen Dachkonstruktion vor? Ja, Markus, klar, auch das ist eine klassische Spenglerleistung. Das heißt also, Anschlussbleche haben wir natürlich in verschiedensten Konstellationen noch anderweitig im Bauvorhaben. Die klassische Geschichte wäre, ich hätte einen zurückgezogenen Terrassenbereich häufig als Freisitz bezeichnet. Das heißt also, hätte eine Wand auf der Kellerdecke zurückgeschoben, dann hätten wir dort natürlich ebenfalls ein Anschlussblech. Und wenn wir gedanklich das ganze Thema Balkon mit dazu nehmen, dann haben wir natürlich hier nochmal unterschiedliche Anschlussblechkonstellationen. Und die, Markus, sind in dem Fall natürlich, sage ich mal, abhängig davon, was haben wir für eine Variante A Balkonkonstruktion. Das heißt also, grundsätzlich unterscheiden wir danach, ob dieser Balkon eine offene Konstruktion hat. Das heißt also, es kann, bleiben wir mal klassisch, wenn wir uns die Wolkenkonstellationen hier angucken, beim Regen, offene Konstruktion heißt, es kann durchregnen. Dann ist das natürlich in der Ausführung ein anderes Anschlussblech, als wenn wir Variante A noch eine geschlossene Balkonkonstruktion haben. Und B eben einen Belag haben, der dazu führt, dass ich entsprechend wasserführend, Anführungszeichen, einen geschlossenen Belag eben auf so einer Konstruktion habe. Und in diesem Falle werden natürlich auch dort die Anschlusslängen des Balkones an die Wand entsprechend mit den jeweiligen Anschlussblechen, wir haben jetzt mal diese drei Varianten rausgearbeitet, entsprechend automatisch ausgeführt. Vielleicht gestattest du, Markus, ich bleibe kurz mal, weil wir gerade beim Balkon sind, auch beim Thema Balkon. Das heißt also, der Balkon, wir hatten schon gesagt, wir unterscheiden an der Stelle zwischen offenen und geschlossenen Konstruktionen. Ist natürlich klar, wenn ich jetzt eine frei auskragende, offene Konstruktion habe, das kann in der Regel Stahl sein, im mehrgeschossigen Wohnungsbau oder Holz, wenn wir eben dann eher im Einfamilienhausbau sind. Wenn ich solche offenen Balkonkonstruktionen habe, dann ist da mit Entwässerung und Regenrinnen und so weiter und so fort, ist natürlich nichts auszuführen. In dem Moment, wenn ich geschlossene Balkonkonstruktionen habe, das heißt also einen geschlossenen Balkonboden, habe ich schon mal das Thema, dass ich natürlich eine Kastenrinne brauche. Das kann eine innenliegende oder eine vorgesetzte sein. Wenn ich Kastenrinnen habe, habe ich zwangsläufig natürlich dann auch bei einem Balkon entsprechende Eckstücke, die dazu gehören. Und je nachdem, wie die Balkonkonstruktion in der Kombination mit dem Belag und dem Geländer ist, ist es halt so, dass ich dort nochmal verschiedene Entwässerungsansätze habe. Zum einen mit einem Ablaufstutzen, dann kommt ein entsprechender Speier entsprechend mit dazu. Und das Ganze kann bis zu einer Wanddurchdringung gehen, wenn ich eben dort meinetwegen wirklich bei dem Balkon eben ein Betonfertigteil, ein geschlossenes Wandelement oder ähnliches hätte. Dann sind wir schon relativ nah an der Konstellation Flachdach dran, Markus. Ja, Holger, gerade bei solchen Konstruktionen schwimmen ja die Grenzen zum Flachdach. Vielleicht wollen wir da gleich im Anschluss über die Flachdachentwässerung sprechen. Heißt natürlich als allererstes eins, dass ich das Wasser in einem Einlauftopf sammle und das Ganze entsprechend dann Anführungszeichen nach außen und abführe. Sage ich gleich noch was dazu. Bedeutet also, dieses Thema Einlauftopf ist etwas, das muss nicht geplant werden. Dort muss auch keiner dran denken, ähnlich wie bei den Balkonvarianten, die wir gerade durchgesprochen haben. Dort führt letztendlich, nochmal die Balkongeschichte führt, die Ausführung von Belag, Konstruktion und Geländer dazu, dass die Spenglerarbeiten, die ausgeführt werden müssen, halt zwangsläufig automatisch dranhängen. Und hier bei uns in der Flachdachkonstellation führt halt das Vorhandensein eines Flachdaches oder eines Gründaches automatisch dazu, dass die notwendige Anzahl an Einlauftöpfen kalkuliert wird. Und dann ist es entsprechend so, dass die Anzahl natürlich entsprechend aus der Geometrie berechnet wird. Dann die entsprechenden Wanddurchdringungen für die Wasserabführung kalkuliert werden. Und ich dann in dem Falle eine Fallrohrausführung habe, die in dem Falle für das Flachdach ein anderes Positionsset. Das ist meistens auch ein anderes Profil mit einem anderen Querschnitt als bei einem Steildach. Das heißt also, ich habe spezielle Fallrohrpositionen, die dann entsprechend von der Entwässerungshöhe des Flachdaches aus betrachtet bis zum Gelände berechnen, wie viel Steigmeter Fallrohr habe ich entsprechend an der Stelle. Und nochmal durch die Einlauftöpfe wird damit die Anzahl der Fallrohre berücksichtigt. Wenn jetzt jemand fragen sollte, das muss ich nicht planen, wäre die Antwort ja, das muss nicht geplant werden. Hintergrund noch einmal an der Stelle ganz einfach. Diese DIN-gerechte Ausführung, was die Entwässerung angeht, ist etwas, das ist nicht abdingbar. Ihr schuldet immer den Werkserfolg. Das heißt also, ihr müsst nach den Normen entsprechend entwässern und damit ist das jetzt nichts, wo ein Planer entscheiden kann, mag ich das jetzt oder mag ich das nicht. Natürlich kann es geplant werden, wenn ihr das wollt, damit es optisch dargestellt wird. Aber es ist halt einfach so, es muss nicht geplant werden, dafür, dass es kalkuliert wird. Und lasst uns, wenn wir gerade von der Planungskonstellation reden, vielleicht nochmal das Thema Hanglage hier an der Stelle kurz mit thematisieren. Wenn Hanglagen vorhanden sind, dann ist es so, dass alles das, was wir kalkulatorisch betrachten, im Standard von einer durchschnittlichen Sockelhöhe ausgeht. Das heißt also, es gibt in der Sonderausstattung, in der Checkliste, in der Kalkulation eine Einstellung, bei der ich eben sagen kann, durchschnittliche Sockelhöhe. Und nach dieser durchschnittlichen Sockelhöhe wird dann eben entsprechend auch die Steigmeter des Fallrohres beim Steildach und natürlich auch entsprechend beim Flachdach dimensioniert. Das ist eine Geschichte, das ist in der Sonderausstattung schlicht und ergreifend einstellbar im Bereich Dach und kann halt bauvorhabenbezogen individuell vereinbart werden, beziehungsweise durch die Baubeschreibung entsprechend vorgegeben. Ich würde jetzt ganz kurz, Markus, das Thema Flachdach gerne noch zu Ende machen, weil wir haben im Flachdachbereich natürlich auch nochmal dieses Thema Anschlussblech, nämlich dort, wo eben der Flachdach- oder der Gründachaufbau an die entsprechende Außenwand anstößt. Das ist das eine Thema. Und das andere Thema ist natürlich noch, ich habe bei dem Anschluss dieser Flach- und Gründachausführung das Thema, wenn dort als Abschluss nichts vorhanden ist, das heißt also, wenn eben keine Attika-Wand geplant sein sollte, dann wird automatisch, weil gesagt wird, ich brauche irgendetwas, wo ich eben anschließen kann, wo ich meine Verblechung machen kann, dann wird automatisch an den Stellen, wo eben einfach nichts ist, Anführungszeichen, die kostengünstigste Variante mit einer Gefällebohle gewählt. Bitte Achtung, sowohl eine Gefällebohle an dieser Stelle, nochmal, wir reden vom Abschluss des Flachdach- oder des Gründaches, am Ende der Decke, wenn dort eben nichts geplant ist, sowohl dieser Abschluss als auch eben eine Attika-Wand, in dem Falle unabhängig davon, in welcher Höhe, muss natürlich verblecht werden. Dieses Verblechen muss, um katalytische Reaktionen zu vermeiden, in der eingestellten Materialität passieren. Das heißt also, wenn wir jetzt hier in Uginox unterwegs wären oder in Titanzink, dann mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit eben so. Und wichtig ist, sowohl diese Bohle als auch die Attika-Abdeckung dieser Gefällebohle werden wieder automatisch kalkuliert, auch wenn dort gar nichts geplant ist. Nochmal, es ist bautechnisch nötig, es ist für den Werkserfolg nötig, ihr könnt es nicht nicht tun. Und demzufolge wird es einfach entsprechend auch automatisch kalkuliert. Wenn jetzt korrekterweise eine Attika-Wand dort geplant ist, dann, Markus, auch das sei nochmal ausgeführt, gäbe es eben wieder zwei Varianten. Die eine Variante ist, die Attika-Wand ist sauber mit einem Attika-Blech geplant. Dann wird die Attika-Abdeckung in dem entsprechenden Material gerechnet, weil sie geplant ist. Wenn es jetzt so sein sollte, Markus, dass zwar die Attika-Wand geplant wurde, der Planer aber warum auch immer die Verblechung, sprich das Attika-Blech, vergessen hat, dann wird das Attika-Blech trotzdem kalkuliert. In einer anderen Position, damit man es eben nachvollziehen kann auch in der Ausschreibung. Und zwar wird es dann deswegen kalkuliert, weil es bautechnisch nötig ist und nicht geplant ist. Das heißt also, wenn es ganz, ganz, ganz schräg läuft, meine Lieben, könntet ihr theoretisch alle drei Varianten in einem Bauvorhaben haben, nämlich das Kalkulieren von einer Attika-Abdeckung, weil es geplant ist, das Abdecken der Wand mit Attika-Blech, weil eine offene Wand ist, wo es nicht geplant ist, und dann vielleicht noch so eine Gefällebohle mit einem Attika-Blech an einem Flachdach oder Gründach, weil es nicht geplant ist. Markus, jetzt haben wir das Thema Attika-Verblechung gleich noch mit dazu genommen. Gestatte mir, dass ich dieses Thema Verblechung kurz noch zu Ende mache. Okay? Ja, Holger, das Thema passt wirklich sehr gut. Aber gerne machen wir das Thema Verblechung doch erst noch zu Ende. Okay, also das, was wir jetzt schon ja hatten, Markus, ist dieser ganze Bereich Attika. Jetzt ist es so, nicht nur dort kann es sein, dass wir Verblechungen haben, die in dem Falle beim Spengler oder eben Klempner liegen. Das Ganze kann genauso sein, dass eben Ortgänge verblecht werden. Und wenn Ortgänge verblecht werden, dann werden sie entsprechend eben hier genauso kalkuliert. Das ist eine Einstellmöglichkeit. Wenn ich das eingestellt habe, gilt das allerdings eben nicht nur für die klassischen Ortgänge, sondern auch dann, wenn ich innenliegende Ortgangausführungen hätte. So was passiert ganz gerne mal bei einer innenliegenden Dachloggia, ja sicherlich eher im Mehrfamilienhausbaubereich. Dann würde auch dort automatisch entsprechend das vereinbarte Verblechen des Ortgangs entsprechend mit gerechnet werden. Gleichzeitig ist es so, dass es für die Gauben die Möglichkeit gibt, dort für die Fassaden eine Verblechung einzustellen. Das ist jetzt anders als bei der klassischen Fassadenkalkulation, wo entsprechend das Wellblech oder, oder, oder sind, was eben im Fassadenbau gerechnet wird. Wenn wir eben bei den Gauben hier von Verblechung reden, wird das in dem Falle einfach wirklich beim Klempner entsprechend mit kalkuliert, ist wieder in der Sonderausstattung entsprechend auswählbar. Außerdem haben wir beim Verblechen natürlich noch den, wenn in der Planung vorhandenen Schornstein. Dieser kann verschiefert werden, der kann verblecht werden. Wenn er verblecht wird, sind wir eben hier beim Spengler, wird entsprechend unterschieden nach Anführungszeichen kleineren Schornsteinköpfen bis vier Quadratmeter und dann den großen, die dann eben nicht mehr als Stück, sondern über die jeweiligen Flächenansätze kalkuliert werden. Dieses Thema Verblechen an der Stelle, wenn wir es dachtechnisch noch zu Ende führen, klar, es gibt ein Draufblech, was ich entsprechend entweder vereinbaren kann oder zwangsweise berechnet wird. Und ich habe dieses Thema noch Verblechung von Lochkanten. Wenn wir gedanklich eben wirklich mal an der Stelle, Markus, bei dieser innenliegenden Loggia bleiben, dann kann es sein, wenn das eben jetzt keine ganz triviale Form wäre und diese vielleicht auch in einer komplexen Dachlandschaft über mehrere Dachflächen hinweg geht, dass ich dort letztendlich Konstellationen habe von Traufkanten, von Firstkanten, von schrägen Ortgängen und so weiter und so fort. Das heißt also teilweise Konstellationen, wo der eine sagt, da muss eine Aufkantung hin, damit das Wasser entsprechend an der Seite runter geht. Bei dem anderen ist es so, dass es eben nur eine Ablechung ist, wenn es eine innenliegende Traufkante weiter höher ist, dann kommen wir später nochmal dazu, weil dann sind wir wieder beim Thema Regenrinne. Aber diese ganzen eben Loch- und Kantenkonstellationen im Dach sind Sachen, die eben in diesem Verblechungsbereich mitgeführt werden. Und dort, wo es halt um das Thema Wasser und Entwässerung geht und es halt von der klassischen Definition her eben nicht nur eine Aufkantung ist, sondern an der Stelle eine Rinne, dann würden wir das Ganze entsprechend beim Thema Rinne natürlich gleich noch entsprechend mit behandeln. So, Holger, jetzt haben wir die ganzen Randthemen abgearbeitet. Lass uns jetzt zum Kernthema kommen. Der Spenglerarbeiten, die Dachrinne an den Steildächern. Na klar, das wollen wir jetzt unseren Zuhörern und Zusehern natürlich nicht vorenthalten. Kommen wir zur klassischen Anführungszeichen Steildachentwässerung. Ich würde noch eins machen. Ich würde auch an der Stelle ganz gerne ganz oben, das heißt also mit Dachaufbauten anfangen. Das heißt also, wenn ich komplexere Dachlandschaften habe mit eingeschifteten Kinddächern und das könnten im einfachsten Falle Gauben sein, dann ist es so, dass wenn die Entwässerung je Gaubentyp das zulässt, dann gibt es eben die Kombination, dass die Rinnenendstücke bei diesen Kinddächern einen Überlauf auf die Hauptdachfläche mit beinhalten. Das ist das, was üblicherweise gemacht wird. Bei den Dachvarianten oder bei den Dachformen im Gauben und im Quergiebel, also Kinddachbereich, bei denen das nicht möglich ist, rein von der Fließrichtung abwärts des Wassers, wie zum Beispiel eben bei Schleppgauben oder bei Trapezgauben, ist es so, dass dann natürlich die Gaube oben an ihrer Traufkante eine entsprechende Rinne bekommt und ihrem Haus entsprechend daran von einer Höhe, ich glaube bis zu 1,5 Meter ist der Standard aktuell und das wird ebenfalls wieder nochmal automatisch kalkuliert, wenn es notwendig ist. Bitte Achtung, die Planer werden jetzt sagen, ja die ganzen Planungsfunktionen sind ja alle da, ja stimmt, sind toll, könnt ihr verwenden, könnt ihr machen wie ihr wollt. Die Kalkulation geht auf das Normenwerk der Entwässerung und nimmt nicht das, was geplant wird. Was gleichzeitig bedeutet, ihr könnt es natürlich planen, damit es eben dort ist und dort dargestellt wird, wo es in der Praxis auch ausgeführt wird. Und gleichzeitig ist es so, wenn es eben nicht geplant würde, dann wird es trotzdem so kalkuliert, wie es gemäß der Norm ausgeführt werden muss. Nochmal, wir waren jetzt bei den obersten Dachaufbauten. Was noch sein kann, ich hatte das bei der innenliegenden Dachloggia kurz schon mal angesprochen, ist, dass ich eine Traufkante innerhalb des Daches habe, innenliegend. Dann würde dort natürlich ebenfalls eine entsprechende Rinne hinkommen mit wieder einem Speier und so einem abgerundeten Überlauf auf die Hauptdachfläche. Das gleiche würde passieren, wenn ich in einer komplexen Dachfläche außen die Konstellation mit einem schrägen Ortgang habe. Auch der würde entsprechend auf die Hauptdachfläche entwässern, sodass wir unterm Strich dann letztendlich alles auf die Anführungszeichen, unteren Hauptdachflächen entwässerungstechnisch erst einmal entwässern und dann werden automatisch natürlich dort, wo das Wasser nicht langlaufen darf, die entsprechenden Rinnenendstücke berechnet. Wie gesagt, die Sonderfälle mit dem Thema Überlauf hatte ich schon angesprochen. Es gibt auch bei unterschiedlichen Traufhöhen im Übergangsbereich bei verschiedenen Dachflächen entsprechend noch Anschlüsse, die in gewissen Höhenbereichen entsprechend mit überbrücken können. Auch das wird automatisch berechnet. Natürlich die klassischen Rinneneckstücke, Markus, die wir alle kennen, an dem Thema Kehle und entsprechend am Thema Gratanfänger. Auch das wird automatisch entsprechend berechnet. Und dann ist es eben so, dass wir das Thema Fallrohre haben. Es wäre alles andere als logisch, wenn jetzt nicht käme, dass das automatisch entsprechend berechnet wird. Muss es natürlich jetzt in dem ganzen Kontext dessen, was ich schon beschrieben habe. Das heißt also, die Anzahl der Fallrohre wird automatisch bestimmt nach Norm und Vorgabe. Es wird dabei berücksichtigt, dass die Dachfläche eben am tiefstliegenden Punkt entwässert werden muss. Es wird berücksichtigt, dass die Dachform entscheidend dafür ist, wie und welche letztendlich Länge in so einem Fallrohr von der Regenrinne entlastet oder abgeleitet werden kann. Und das ist halt abhängig, Anführungszeichen, von der Dachkonstruktion. Man sagt so bis 13 laufende Meter mit dem Gefälle. Wenn wir jetzt von einer Walmkonstellation reden, geht eben in ein Fallrohr rein. Und nochmal die Berechnung. Die Regelwerke sind halt entsprechend der Norm hinterlegt, sind entsprechend nach dem Dachtyp hinterlegt. Dort, wo es dann immer noch Anführungszeichen unterschiedlicher Ausführungen geben könnte. Das heißt also, wo man eine einzelne Entwässerung machen kann oder Entwässerung übers Hauptdach, hatte ich gesagt, ist in der Regel die günstigere Variante, nämlich über den Speier in die tiefer liegende Dachfläche einzuleiten, diejenige, die üblicherweise kalkulatorisch angesetzt wird. Das heißt, wir haben, Markus, an der Stelle wiederum automatisch die Anzahl der Fallrohre, der Bögen, der Einleitungen entsprechend. Und dann wird nach den Höhenwerten des Daches entsprechend die Laufmeter oder Steigmeter, in dem Falle Fallrohrlänge, ermittelt. Bedeutet also, wenn ich dort ein Haus habe, ein Mehrfamilienhaus mit Dächern im Erdgeschoss, in Obergeschossen, im Dachgeschoss und so weiter und so fort. Nochmal, diese ganzen Entwässerungsgeschichten gelten übrigens für die Flachdachvarianten natürlich exakt eins zu eins. Werden natürlich aus dem geplanten 3D-BIM-Modell ausgewertet. Bedeutet also entsprechend, die Steigmeter passen an der Stelle und berücksichtigen bei dem Flachdach eben auch das, was wir bei der Entwässerung des, beim Steildach, das, was wir bei der Entwässerung des Flachdaches schon gesagt haben, dass eben die durchschnittliche Sockelhöhe verantwortlich ist, eben auch gerade bei größeren Hanglagen dafür zu sorgen, dass das Ganze mathematisch stimmt. Und wie ich es eben bei der Flachdachentwässerung schon gesagt habe, das Thema Standrohr und Revisionsklappe ist eine Geschichte, die halt einfach zusätzlich in der entsprechenden Oberfläche der Sonderausstattung vereinbart werden kann. So, jetzt haben wir das Ganze recht vollumfänglich. Markus, denke ich, durchgesprochen hast du noch Punkte, die bei dir auf der Frageliste stehen? Ja, danke, Holger. Ich glaube, das gibt einen sehr, sehr guten Gesamtüberblick teilweise sehr auch ins Detail herein. Vielleicht tust du dementsprechend nochmal am Ende eine schöne Zusammenfassung. Das, denke ich mal, würde uns allen noch gut einen Abschluss bringen. Markus, mache ich gerne. Kein Thema. Das heißt also nochmal die Kurzzusammenfassung der Spengler oder Klempner. Wird in der Kalkulation mit ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz vielen Automatismen aus dem 3D-BIM-Modell mengentechnisch entsprechend versorgt. Dort, wo Zwangsabhängigkeiten sind, weil es zurückliegende Wände, geschlossene Balkone gibt, die irgendwo an die Wände anschließen und so weiter und so fort, wird alles das, was eben eine indirekte Auslösung hat, dadurch ausgelöst, muss also nicht manuell dran gedacht werden. Die Entwässerung weder von Flachdach noch von Steildach ist abdingbar. Deswegen wird sie eben auch unabhängig von der Planung gemäß der entsprechenden Normen und Richtlinien automatisch berechnet. Und das Ganze wird grundsätzlich erstmal so gemacht, dass die Entwässerungsmaterialität mit Titanzink, Uginox oder Kupfer in der Sonderausstattung eingestellt werden kann. Um katalytische Reaktionen zu vermeiden, wird dann erstmal alles das entsprechend in diesem Material gerechnet. In dem Falle würde es eben auch die Verkleidung von Gauben und Wangen im Dachbereich mit beinhalten, anders Anführungszeichen, als dann bei wirklichen Fassadenverkleidungen in Metall, was dann entsprechend im Fassadenbau gerechnet wird. So, und damit haben wir das Thema Spengler-Klempner einmal, denke ich, ganz vollumfänglich oder sehr vollumfänglich durchgesprochen. Wichtig eben auch nochmal dieses Thema mit der automatischen Berücksichtigung von Attika-Abdeckungen dort, wo das nötig ist. Lasst mich doch mal genau auf den Punkt bringen, wo ist das nötig? In dem Moment, wenn ich eine freistehende Außenwand habe, die nicht unter einem Dach endet, also an dieses stößt von unten, oder unter einer Decke endet, an die es stößt. Und wenn das eben außerhalb des Hauskörpers ist, dann muss ein Blech drauf. Punkt. Wenn ihr es nicht plant, kalkulieren wir es trotzdem. Und das ist mein Schlusswort zum Thema Spengler-Kalkulation an der Stelle. Ich bin mir sicher, dass ihr wieder das ein oder andere Spannende mitgenommen habt. Es freut mich, wenn ihr das nächste Mal wieder entsprechend dabei seid. Markus, ganz, ganz lieben Dank nach Dresden. Und wie gesagt, viel Spaß beim Verarbeiten der Informationen. Ich freue mich, wenn ihr das nächste Mal dabei seid. Also in dem Sinne, Servus, euer Holger.